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Jahresrückblick - 1999/00

Der Jahresrückblick einer Schule ist immer ein Rückblick auf zwei Schuljahre. Die Monate von Januar bis Juli sind noch dem Schuljahr 1998/99 zuzurechnen, während August bis Dezember zum folgenden, also dem Schuljahr 1999/2000 gehören. Das macht die Gesamtschau über ein Kalenderjahr etwas schwieriger, doch es lohnt sich immer, alle Höhepunkte noch einmal zusammenzustellen. Klasseninterne Ereignisse wie der Aufenthalt in einem Schullandheim, Theater- oder Kinobesuche sollen hier allerdings nicht aufgeführt werden.

Direkt nach den Weihnachtsferein 1999 fand schon am 14. Januar ein vom Elternbeirat initiierter und organisierter Vortrag statt. Gabriele Medam referierte zu dem Thema: Sexualerziehung im Kleinkind- und Grundschul-alter: Was brauchen die Mädchen? Was brauchen die Jungen? Regeln einer kinderstärkenden Erziehung.

Es kamen etwa 40 Eltern (davon ein Vater) und einige Kolleginnen. Nach der Begrüßung durch die Elternbeiratsvorsitzenden Frau Kaiser und einem auflockernden Einstieg, erfragte die Referentin die Hauptinteressen der Teilnehmerinnen. Ein kurzes Referat über die verschiedenen Stufen der körperlichen und sexuellen Entwicklung bei Mädchen und Jungen schloss sich an. Frau Medam stellte dazu einige Kinderbücher vor, die geeignet sind, kindgerecht Informationen zur Sexualerziehung zu geben. Sie erläuterte unterschiedliche Fragestellungen und Ängste bei Mädchen und Jungen.

Den zweiten Teil des Abends füllten Informationen zu den präventiven Erziehungsregeln. Sie sollen die Kinder stärken und vor Übergriffen und sexueller Gewalt schützen. Dazu wurden weitere Bücher und praktische Tipps vorgestellt.

Das locker und anschaulich geführte Gespräch beschloss Frau Kaiser mit einem Dank an die Referentin. Ein Büchertisch mit käuflichen Kinder- und Fachbüchern zum Thema ergänzte das Referat.

Dieser Vortrag gehörte zu einem „Gesamtpaket“, das einen Elternabend für die dritten und vierten Klasse, eine Präventionswoche und einen Selbstverteidigungskurs für die Mädchen (dies bot die Grundschule vor zwei Jahren schon einmal an) sowie einen Selbstbehauptungskurs für die Jungen umfasste.

Während der Präventionswoche vom 22. bis 26. März wurden die Schülerinnen von Frau Medam und Frau Sartingen, die Jungen von Herrn Neubauer und Herrn Kabs betreut. Darüber wurde in einem Artikel am 27. März 1999 im Schwarzwälder Boten berichtet.

Traditionsgemäß wurden die Schülerinnen und Schüler am Schmotzigen von Niedernauer und Bieringer Narren befreit. Auch dieses Mal kamen die Lehrerinnen der Schule glimpflich davon. Nach einer ordentlichen Strafpredikt und der obligatorischen Schunkel- und Tanzrunde wurden wenig später auch sie entlassen.

Zum ersten Mal fand am 9. März 1999 eine Lesung statt. Der bekannte Kinderbuchautor Manfred Mai las in der Gymnastikhalle zuerst für die Erst- und Zweitklässler/innen. Er orientierte sich dabei an den Interessen dieser Altersstufe und zog ein Buch nach dem anderen aus seiner Tasche hervor. Im Klassenzimmer las Manfred Mai anschließend für die dritte und vierte Klasse. Dabei nahm er gerne die Fragen der Kinder auf und beantwortete sie bereitwillig; nur die nach seinem Einkommen blieb er schuldig. Vieles, was Manfred Mai in der Schule - er war acht Jahre Lehrer an einer Realschule - oder mit seinen Kindern erlebt hat, sei in seine Bücher eingeflossen, erzählte er seinen Zuhörerinnen und Zuhörer. Und die erkannten ihrerseits viele Situationen aus ihrem eigenen Familienalltag wieder. Oft handeln seine Geschichten von Kindern mit Köpfchen, die ihre Eltern ein bisschen austricksen müssen, damit diese verstehen, was sie wollen. Im April wurde dann wieder eine Lesewoche mit vielen Büchern der Osianderschen Buchhandlung organisiert. Der Gruppenraum war als Lesehöhle gestaltet, in der die Leseratten und Bücherwürmer genügend Nahrung fanden.

Zu unserem Frühlingsfest am 26. März kamen wieder zahlreiche Gäste und genossen unser vielfältiges Programm. Das von den beiden ersten Klassen vorgetragene Gummibärenlied stimmte gleich auf den ersten Programmpunkt ein. Die Kinder der 1a führten das von Manfred Mai verfasste Bären-ABC auf. Die vielen Bären, wie der Ameisenbär, der Brommbär und der Clownbär kennen hier nur ein Ziel: Gemeinsam in die Schule zu gehen, um dort lesen zu lernen. Einige Mädchen der Klasse 1b hatten in Eigenregie moderne Tänze einstudiert und begeistert dem Publikum vorgeführt. Außerdem trugen sie Gedichte vor und einige Kinder spielten auf der Flöte. „Das schönste Ei der Welt“ von Helme Heine wurde von den Zweitklässlern als Theaterstück aufgeführt. Die dritte Klasse führte nach der Musik „Der Frühling“ von Vivaldi vor, was Kinder im Frühling alles tun: Sie hüpfen Seil, fahren Rad usw. Optisch wurde dies durch bunte Regenschirme unterstützt. Dass ein Osterhasenverbot nicht nach dem Geschmack von Kindern sein kann, zeigte in einem sehr lustigen und hintersinnigen Theaterstück die vierte Klasse. Die Flöten-AG spielte einige Flötenstücke als Einlage.

Auch von unseren sportlichen Aktivitäten gibt es wieder einiges zu berichten.

Am 28. April nahmen Schüler beim alljährlichen Fußball-Hallenturnier in der Eichenberghalle in Hirrlingen teil. Wie im Vorjahr erreichten sie auch dieses Jahr wieder den 2. Platz.

Bei den Leichtathletik-Wettkämpfen in Pliezhausen konnten wir uns dieses Jahr auf den 19. Rang verbessern. Zehn Mädchen und Jungen mühten sich in den Disziplinen: Weitsprung, 50m Lauf, Weitwurf und Staffellauf und sammelten 5962 Punkte. Bei herrlichem Wetter war es für sie ein ganz besonderer Tag.

An den Bundesjugendspielen, die wir auf der Wiese hinter den Tennisplätzen veranstalteten, nahmen die Kinder aller Klassen teil. Gewertet wurden aber nur die 67 Mädchen und Jungen der zweiten, dritten und vierten Klasse. Davon bekamen 25 Schülerinnen und Schüler eine Siegerurkunde. Zum ersten Mal erreichte kein Kind die benötigte Punktzahl für eine Ehrenurkunde!

Unseren großen Waldtag veranstalteten wir am 1. Juli. Achtzehn altersgemischte Schüler-gruppen pirschten zu fünft bzw. zu sechst durch den Wald. Auf diesen Tag wurden die Kinder im Unterricht vorbereitet. Für die Klassen eins und zwei sowie für die dritte und vierte Klasse waren zwei sehr umfangreiche Unterrichtswerkstätten vorbereitet, die vor allem auch die Arbeit mit geeigneten Softwareprogrammen am Computer mit einschloss. Bei der „Waldolympiade“ gab es dann Stationen, bei denen es um Wissen ging, wie beim Blumen bestimmen oder bei der „Täterstation“. Es gab aber auch Stationen, bei denen Geschicklichkeit gefragt war, wie beim Wassertragen oder beim Baumscheibenspiel. An der Dichtstation waren poetische Fähigkeiten verlangt. Hier musste jede Gruppe die Wörter Sonne, Specht, Baum, Moos und Waldmaus in eine Geschichte oder in ein Gedicht einflechten. Und selbst in der Pause wurde darauf geachtet, wie sich die Gruppe als Familie mit zugeteilten Rollen beim Picknicken verhielt. Es musste gerecht geteilt, „ordentlich“ miteinander gegessen und anschließend der Platz wieder sauber aufgeräumt werden! Eine Herausforderung, die nicht alle Gruppen gleich gut bestanden. Die Kinder erlebten einen sehr abwechslungs- und lehrreichen Tag, bei dem aber vor allem die Freude an der Natur im Vordergrund stand. Darüber hinaus wurden die Stationen auch bewertet, so dass sich die Luchse über ihren ersten Platz natürlich besonders freuten. Punktgleich auf den zweiten Platz kamen die Buntspechte und Ringelnattern und die Spinnen erreichten den dritten Platz. Bei diesem Waldtag halfen viele Mütter, zwei Väter und aushilfsweise der Hirrlinger Förster Egon Betz mit. Dafür bedanken wir uns nochmals auf`s Herzlichste.

Für das Kollegium bedeutete das zu Ende gehende Schuljahr 1998/99 den Abschied von Frau Goller und Frau Peters, die beide an ihren Wohnorten eine neue Wirkungsstätte fanden. Frau Goller war seit 1993 und Frau Peters eineinhalb Jahre aktiv und engagiert für die Grundschule tätig. Dafür bedankte sich das Kollegium ganz herzlich.

Nach den Sommerferien begrüßten wir im neuen Schuljahr 1999/2000 Frau Medam, die wir schon von dem Vortrag im Januar, dem Elternabend für die Eltern der dritten und vierten Klassen und der Präventionswoche her kannten. Mit Frau Pfeffer, die bislang an der Grund- und Hauptschule in Entringen unterrichtete, war unser Kollegium wieder komplett.

In weiterführende Schulen entließen wir 23 Schülerinnen und Schüler. Während der Einschulungsfeier am 17. September 1999 begrüßten wir dafür 18 Erstklässler und Erstklässlerinnen. Frau Rempfer übernahm turnusgemäß diese erste Klasse.

Insgesamt besuchten bis zum Jahresende 102 Schülerinnen und Schüler die fünf Klassen unserer Schule, die von Frau Rempfer (1), Frau Dr. Neef (2a), Frau Pfeffer (2b), Frau Medam(3) und Frau Zonsius (4) unterrichtet wurden. Außerdem arbeiteten Frau Allmendinger, Frau Atalay und Frau Weber-Stahl als Fachlehrerinnen an der Schule.

Unsere Grundschule ist nun zum zweiten Mal Modellschule bei einem vom Ministerium ausgeschriebenen und geförderten Programm. Unter dem Titel Medienoffensive Schule – Teilprojekt: Erprobung multimedialer Lernsoftware in den Grund- und Hauptschul-modellschulen werden über zwei Schuljahre hinweg in den Klassen 1a und 1b bzw. 2a und 2b sowie in den Klassen 3 und 4 zwei verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Zum einen wird untersucht welche Lernprogramme geeignet sind, das didaktische Modell Lesen durch Schreiben computerunterrstützt zu verwirklichen. Auf dem Markt befinden sich dafür einige Programme, die Kinder auf dem Weg des Selbstlernens zum Schreiben und dann zum Lesen bringen wollen. Das andere Projekt untersucht den unterschiedlichen Zugang von Mädchen und Jungen zum Rechtschreiben auch mit Hilfe eines geeigneten Softwareprogramms. Beide Vorhaben wurden vom Land mit insgesamt 15 800 DM bezuschusst. Dafür konnten vier PC`s, zwei Drucker und Software angeschafft werden. Nachdem wir zu den ersten Modellschulen Baden-Württembergs gehörten, die schon vor fünf Jahren den Einstieg in die Arbeit mit dem Computer in der Grundschule erprobt haben, wofür wir damals zwei multimediafähige Rechner bekamen, bedeutet dies nun bezüglich der Computerausstattung einen großen Schritt nach vorne. In jedem Klassenzimmer stehen nun zwei bis drei Rechner (insgesamt verfügen wir über 14 PCs), die auch fast ständig im Einsatz sind. In diesem Bereich stehen wir damit landesweit „in der ersten Reihe“.

Unser Winterfest am 26. 11. war unsere letzte herausragende Aktion in 1999. Das Programm war gewohnt vielfältig. Hier trat der wieder neu ins Leben gerufene und von Frau Weber-Stahl geführte Chor mit den Liedern „Nun ist die Zeit der kleinen Schritte“ und „Ich male mir den Winter“ auf. Die Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse erzählten mit Schattenbildern die Geschichte „Die kleine Grille“ von Janosch zur Wintermusik von Georg Friedrich Händel. Selbstverfasste Reiseberichte zum Süd- bzw. Nordpol lasen die Kinder der Klasse 2a vor und die 2b führte ein Theaterstück mit dem Titel „Ein Zwergenspiel“ auf, in das ein zauberhafter Feentanz und romantische Flötenstücke eingeflochten waren. Nach einem meditativen Lichtertanz trugen die Drittklässler einige Wintergedichte auf. Zu Leopold Mozarts Musikalischer Schlittenfahrt begleitete die 4. Klasse mit Glöckchen, Peitschen und Rhythmusinstrumenten die munter trabenden Steckenpferdchen, die von ihren Kutschern gelenkt wurden.

Eine bei Schülerinnen und Schüler besonders beliebte Einrichtung sei wieder erwähnt. Die zwölf Pausenverkäufen, die nun völlig in elterlicher Regie laufen, zeigen die Breitschaft vieler Mütter über Jahre hin, sich aktiv am Schulleben zu beteiligen. Die Erlöse der ersten vier Pausenverkäufe werden einem guten Zwecke zugeführt. Dieses Jahr konnte ein Betrag von 450 DM an Erdbebenopfer in der Türkei und 450 DM an die Familie Slutay überwiesen werden. Die Einnahmen des zweiten Pausenverkaufs einer Klasse kommt der Klassenkasse zu Gute. Die Klasse kann sich davon z. B. die Führung in einem Museum oder einen besonderen Ausflug ermöglichen kann. Die Erlöse der letzten Verkäufe fließen in die Elternbeiratskasse, aus der dieses Jahr für jede Klasse eine Pausenspielkiste zusammengestellt wurde und ein Air-Hockey sowie ein Tischfussball bezahlt werden konnten. Außerdem wird unsere Kücheneinrichtung ständig ergänzt und erweitert.

Wir wollen uns bei den Eltern für dieses Engagement und ihre stets enge Zusammenarbeit mit dem Kollegium ganz herzlich bedanken. Durch eine aktive Teilnahme der Eltern am Schulleben kann erst eine enge Schulgemeinschaft zum Wohle der Kinder entstehen.

Dr. Regina Neef

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